Ihre Browserversion ist veraltet. Wir empfehlen, Ihren Browser auf die neueste Version zu aktualisieren.

Keinen Maulkorb beim Lehrplan!

Veröffentlicht am 16.02.2017

Medienmitteilung des Komitees «Lehrplan vors Volk», 16. Februar 2017

Offensichtlich hat die Mehrheit der «Kommission für Bildung und Kultur» des Kantonsrates Bedenken, den Kantonsrat und in letzter Instanz das Volk vermehrt in Bildungsdiskussionen einzubeziehen. Über den neuen Lehrplan wird sehr kontrovers diskutiert. Gerade dies zeigt für das Komitee «Lehrplan vors Volk», dass der Lehrplan in der Bevölkerung breit abgestützt sein muss. 

«Der Lehrplan gibt vor, was unsere Kinder in der Schule lernen und welchen Rucksack sie für ihre Zukunft erhalten. Es ist nur recht, dass wir darüber abstimmen können», so Anita Borer, Präsidentin des Initiativkomitees «Lehrplan vors Volk» und Kantonsrätin. Zudem wurde dem Volk die direktdemokratische Mitsprache in den letzten Jahren durch die Einführung der Schulleitungen und der Fachstelle für Schulbeurteilungen sowie durch die Verkleinerung der Schulpflegen immer mehr entzogen.

Der Lehrplan 21 wurde von einem Fachgremium für alle Deutschschweizer Kantone ausgearbeitet. Er umfasst über 400 Seiten und tausende von Kompetenzzielen. «In seiner umfassenden Form greift er unweigerlich in die kantonale Bildungshoheit ein», so Andri Silberschmidt, Vizepräsident des Komitees und Präsident der Jungfreisinnigen Schweiz. «Die wenigen Punkte, zu denen in der Vernehmlassung im Kanton Zürich noch Stellung genommen werden konnte, beweisen dies». Zur Vernehmlassung im Kanton Zürich eingeladen wurden zudem nur ausgesuchte Interessenskreise. Von einer breiten demokratischen Abstützung kann nicht die Rede sein. Mit der Initiative «Lehrplan vors Volk» würde dies geändert.

Die Argumente der Gegner der Initiative sind duckmäuserisch. Um eine Grossreform wie den Lehrplan 21 durchzubringen, zeigen die Reformturbos eine bisher nicht gekannte Zurückhaltung bei der Anpassung von politischen Abläufen. Der Bildungsrat müsse weiterhin über den Lehrplan entscheiden können und der Kantonsrat könne nicht über einen grossen Lehrplan bestimmen. Eine Begründung ist das nicht. Es zeigt, dass die Gegner keine stichhaltigen Argumente haben. Wie auch – sie wollen sich natürlich nicht aktiv gegen mehr demokratische Mitsprache einsetzen.

Bei Annahme der Initiative würde der Lehrplan wie bis anhin vom Bildungsrat ausgearbeitet. Was sich ändert ist einzig, dass der Kantonsrat den Lehrplan genehmigen oder zurückweisen kann. Dieser Kantonsratsbeschluss wäre referendumsfähig, was heisst, dass so das Volk gegebenenfalls über den Lehrplan abstimmen kann.

Bei Fragen
Anita Borer, Kantonsrätin SVP, Vertreterin Initiativkomitee, Tel. 079 665 44 27

Andri Silberschmidt, Präsident JFZH, Stellvertreter Initiativkomitee, Tel. 079 367 58 31