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Newsletter vom 29.4.2018

Lehrerinnen und Lehrer stehen für Werte ein

Es gibt die grossen Momente im Unterricht, wo Schüler einen Text oder ein geschildertes Ereignis fast auf einen Schlag grundsätzlich verstehen. Von einem solchen Heureka-Erlebnis berichtet Carl Bossard in unserem ersten Beitrag. Es geht dabei um einen Lehrer, der den Schülern einen brutalen Text einer bekannten Gangsta-Rapper-Gruppe einem authentischen Erfahrungsbericht eines KZ-Insassen gegenüberstellt. Die Schülerinnen und Schüler, die vorher die menschenverachtenden Texte der Band ziemlich kritiklos akzeptierten, erkennen mit einem Mal die mitleidlose Gewaltverherrlichung in den Worten der Musiker.

Lehrerinnen und Lehrer stehen immer wieder vor Situationen, wo sie nicht schweigen oder krampfhaft über etwas hinwegsehen sollten. Oft betrifft es Vorkommnisse aus der Erlebniswelt der Schüler oder grundsätzliche menschliche Fragen. Mit den neuen Medien erreicht heute eine Fülle von ungefilterten Informationen die jungen Leute, wie dies in der Vergangenheit nie der Fall war. Vor diesem gewaltigen Strom meist konsumorientierter Denkmuster ziehen sich leider manche Lehrpersonen auf das Vermitteln rein nützlicher Inhalte zurück und verwässern so den kulturellen Auftrag der Volksschule.

Lehrersein heisst Zivilcourage mit Klugheit verbinden. Es braucht einiges an Mut und fachlichem Können, oberflächlichen Weltbildern eine sinngebende Sichtweise entgegenzuhalten. Es bringt jedoch wenig, wenn Lehrpersonen ihre eigenen Präferenzen einfach dogmatisch verkünden. Jugendliche werden sich viel eher für das Bessere entscheiden, wenn sie im Unterricht ein Stück Welt gründlich kennen gelernt haben.

Ein weiteres Thema unseres Newsletters betrifft die Frage des konzentrierten Lernens. Eher nicht überraschend hat eine neuste Studie ergeben, dass der Grundlärm in manchen Schulzimmern viel zu hoch ist. Der Schweizerische Lehrerverband LCH sieht die Ursache dafür primär in den für neue Unterrichtsformen ungenügend ausgestatteten Schulzimmern. Selbstverständlich gilt es, zuerst einmal äussere Lärmquellen zu minimieren und genügend Platz zur Verfügung zu stellen. Aber damit wird in den meisten Fällen das Übel noch nicht an der Wurzel angepackt. Wird in einer Schule kein Wert auf längere Phasen mit gemeinsamem Klassenunterricht gelegt, dürfte es schwierig sein, den Lärmpegel anhaltend zu senken.

Die Lärmfrage hat bereits eine rege Diskussion ausgelöst. Ein erstes Bündel von Stellungnahmen finden Sie in diesem Newsletter. Wir würden uns natürlich freuen, wenn unsere Leserinnen und Leser uns weitere Zuschriften zukommen liessen.

Unser Newsletter setzt auf den Dialog und die Redaktion hofft, dass in jeder Ausgabe Reaktionen aus unserer Leserschaft veröffentlicht werden können.

Was Sie sonst noch an spannender Lektüre in dieser Ausgabe finden, sehen Sie in der Inhaltsübersicht. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen!

Für die Redaktion von «Starke Volksschule Zürich»

Hanspeter Amstutz

 


 Inhalt

  • Schule als gegenhaltende Kraft
  • Gesundheit in Gefahr: Lehrer klagen über zu viel Lärm in Klassenzimmern
    Diskussion.
  • Warnung vor verschulten Kindergärten
    «Es braucht eine Renaissance des Spiels»
  • Bürokratie an Schulen droht zu überborden
  • «Die Lehrer sind vernünftig genug»
  • Lehrer besorgt: Können die Jungen gar nicht richtig googeln?
  • Die digitalisierte und individualisierte Schule – ein ökonomistisches Konzept ohne pädagogische Begründung.

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