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Newsletter vom 24.12.2017

Hat das Volk zur Volksschule nichts mehr zu sagen?

Was in der Volksschule gelernt wird, bestimmt grundsätzlich das Volk. Diese bildungspolitische Errungenschaft ist ein Eckpfeiler unserer Demokratie. Doch diese Säule wackelt immer mehr. Früher wurden Lehrerinnen und Lehrer vom Volk direkt gewählt und Gemeinde- und Bezirksschulpflegen sorgten dafür, dass die Schule auf Kurs blieb. Doch diese Verankerung im Volk gibt es heute nicht mehr. Einige Neuerungen wie beispielsweise die Abschaffung des Beamtenstatus für Lehrpersonen waren wohl unumgänglich, andere grosse Veränderungen hingegen erweisen sich je länger je mehr als Abbau der direkten Mitbestimmung.

Der Kurs der Volksschule wird heute weit mehr von Experten der PädagogischenHochschulen und dem wissenschaftlichen Stab derErziehungsdirektorenkonferenz (EDK) bestimmt als von praxisverbundenLehrpersonen. Die Hochschulen haben mit ihren gewichtigen Forschungsaufträgen eine permanente Schulentwicklung in Gang gesetzt, deren Auswirkungen bis ins hinterste Schulzimmer zu spüren sind. Mit der Beteiligung der Schweiz am PISA-Test wird unsere Schulentwicklung sogar mit internationalen Massstäben gemessen. Dabei wird der Bevölkerung suggeriert, Bildung sei bis ins Detail planbar und hänge weitgehend von klug ausgearbeiteten Bildungsprogrammen ab. Dies hat dazu geführt, dass so unsinnige Vorstellungen wie gute Lehrer seien in erster Linie ausführende Moderatoren, einigen Anklang gefunden haben.

Die Unzufriedenheit des Volkes mit diversen schulischen Reformprogrammen und Weichenstellungen in Bildungsfragen zeigt sich an den vielen Volksinitiativen, welche in den letzten Jahren zustande kamen. Die Initiativen waren teils eigentliche Proteste gegen das Bildungs-Establishment, welches eine Reihe von praxisfernen Entscheiden zu verantworten hat. Doch bisher konnten die Bildungsverantwortlichen mit wenigen Ausnahmen (Ja zur Mundart im Kindergarten und erste Auflage des neuen Zürcher Volksschulgesetzes) die meisten Anliegen abschmettern. Das Bodigen der Initiativen wurde als Zustimmung zu den Reformen gefeiert, auch wenn damit kein einziges der brennenden Schulprobleme gelöst werden konnte.

So darf es nicht mehr weitergehen. Das Volk muss in zentralen Schulfragen wieder die Hoheit über die Schulentwicklung erhalten. Deshalb sollen die Stimmenden darüber befinden können, ob ein Lehrplan den richtigen Kurs vorgibt oder Korrekturen notwendig sind.

Unser Newsletter geht primär der Frage nach, welchen Weg die Volksschule einschlagen soll und wie die demokratische Mitbestimmung besser verankert werden kann. Auch die Verleihung des „Schweizer Schulpreises“ durch eine wenig durchsichtige private Organisation gehört in dieses Kapitel. Die vergangenen zwei Wochen waren so reichhaltig an wesentlichen Bildungsbeiträgen, dass die Lektüre hoffentlich ein Genuss sein wird.

 

Wir wünschen Ihnen frohe und erholsame Festtage.

Für Ihr Redaktionsteam «Lehrplan vors Volk»

Hanspeter Amstutz


Inhalt

  • Philosoph Christoph Türcke: "Man braucht die Schulen eigentlich nicht mehr"
  • Reformen statt Fortschritt
  • Regierungsrat lehnt Lehrplanstopp ab
    «Problematische Entwicklung
  • Weichenstellung für die Zukunft unserer Volksschule im
  • Humanistische Bildung
  • Trotz Mehrkosten: Kantonsrat führt Hauswirtschaft wieder ein
  • Ärger mit neuen Schulzeugnissen
  • Sechs Schulen aus vier Kantonen mit Schulpreis ausgezeichnet
    Schulpreise?
  • Sollen Whatsapp und CO erst ab 16 Jahren erlaubt werden
  • Primarschüler bekommen jetzt eigene Tablets

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